Stade, Ss. Cosmae et Damiani
Orgel von Berend Huß und Arp Schnitger (1675)
Kontakt:
E-mail: info(at)orgelakademie.de | Navigation: Cosmaekirchhof 5,
21682 Stade
Gemeinde E-mail: kg.cosmae.stade(at)web.de | Internet: www.cosmae.de
Informationen in Kürze
1675 beendeten Behrendt Huß und sein Geselle Arp Schnitger den Bau einer neuen Orgel in St. Cosmae zu Stade. Erster Organist dieser großen Orgel (III/Ped. 42 Register) wurde Vincent Lübeck, der 1688 zusammen mit Arp Schnitger eine Veränderung der Disposition vornahm. Nach verschiedenen Eingriffen im Laufe der Jahrhunderte führte eine Restaurierung durch die Orgelbauwerkstatt von Jürgen Ahrend (Leer-Loga) das Instrument wieder auf den Zustand von 1688 zurück.

Stade, Ss Cosmae et Damiani
Bilder
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Daten zur Orgel:
Disposition:
(42 / HW/RP/BW/Ped)
Oberwerk
Prinzipal 16’ A
Quintadena 16’ H
Octav 8’ H
Gedackt 8’ H
Octav 4’ H
Rohr Flöt 4’ H
Nassat 3’ H
Octav 2’ H
Mixtur 6-fach H-A
Cimbel 3-fach A
Trommet 16’ S
Trommet 8' H
Brustwerk
Gedackt 8' H
Quer Flöt (ab c') 8' H
Flöt 4' H
Octav 2' H
Tertia 1 3/5' H
Nassat Quint 1 1/2' H-A
Sedetz 1' H-A
Scharff 3 fach H-A
Krumphorn 8' S
Schalmey 4' S-A
Rückpositiv
Prinzipal 8’ H
Quintadena 8’ H
Rohr Flöt 8’ H-A
Octav 4’ H
Wald Flöt 2’ H
Sieflöt 1 ½’ A
Sesquialter 2-fach A
Scharff 5-fach A
Dulcian 16’ H
Trechter Regal 8’ H
Pedal
Prinzipal 16' H-A
Sub=Bass 16' H-A
Octav 8' H
Octav 4' H
Nachthorn 1' H
Mixtur 5-6 fach H
Posaun 16' H
Dulcian 16' A
Trommet 8' H
Cornet 2' A
Pfeifenwerk:
H= Berendt Huß unter Mitarbeit von Arp Schnitger (1668- 1675)
S = Arp Schnitger (1688)
A = Jürgen Ahrend (1975)
Manualschiebekoppel BW an OW
Tremulant für das ganze Werk
Glockenspiel (vom OW aus spielbar; 1983 restauriert)
Manualumfänge: C,D,E,F,G,A – c’’’
Pedalumfang: C,D,E – d’
6 alte Bälge (4 gegenwärtig in Betrieb; auch von Bälgetretern zu
bedienen)
Winddruck: 82 mm WS
Tonhöhe: 1 Ganzton über heute normal (g’ = 446 Hz / a’ = 493 Hz)
Stimmung: mitteltönig (modifiziert mit 3 reinen Terzen)
Bau-/Restaurierungsgeschichte
1493 erster Hinweis auf eine Orgel.
1591 Hans Scherer d. Ä. wird beauftragt, einen Umbau der bestehenden
Orgel durchzuführen.
1606 wird der ehemalige Geselle Scherers, Antonius Wilde mit einem
umfangreichen Um- bzw. Neubau beauftragt. Diese Maßnahme wurde 1607
beendet.
1628 Hans Scherer d. J. arbeitet an der Orgel und
1635 ein Orgelbauer aus Lübeck (Fr. Stellwagen?).
1656 führt Hans Riege aus Otterndorf eine umfangreiche Reparatur durch
und baut etliche Register neu.
1659 wird die Orgel beim großen Stader Stadtbrand vollständig zerstört.
1668 nach dem Wiederaufbau der Kirche beginnt Berendt Huß mit dem
Neubau einer Orgel. In seiner Werkstatt arbeitet sein Vetter und
Geselle Arp Schnitger.
1675 ist die Orgel fertig gestellt. Vincent Lübeck ist der erste
Organist dieses Instruments.
1676 B. Huß stirbt in Stade und wird in St. Wilhadi beigesetzt.
Schnitger übernimmt die Werkstatt und führt zusammen mit V. Lübeck
als Berater mehrere Orgelbauprojekte durch.
1682 Schnitger gibt seine Stader Orgelbauwerkstatt auf und zieht nach
Hamburg, da er den Auftrag zum Bau der großen Orgel für die
Nikolaikirche (Hamburg) durchführen soll.
1688 arbeitet Schnitger nochmals an der Orgel in St. Cosmae, da die
Emporenpfeiler abgesackt waren. Die Empore wird stabilisiert und
die Orgel gerichtet. außerdem nimmt er eine Änderung der
Disposition vor.
1702 verlässt V. Lübeck Stade und wird Organist an der Nikolaikirche in
Hamburg.
1781 der aus Hessen stammende und in Stade tätige Orgelbauer Georg
Wilhelm Wilhelmy repariert die Orgel und nimmt erste geringfügige
Veränderungen vor. Ende des 18. Jahrhunderts wird ein Glockenspiel
eingebaut, das vom Oberwerk aus spielbar ist. Nach dem Tod
Wilhelmys (1806) führt sein Sohn Georg Wilhelm die Werkstatt seines
Vaters und die Pflegearbeiten der Cosmaeorgel fort.
1870 arbeitet Johann Hinrich Röver, der seine Werkstatt ebenfalls in
Stade hatte, an der Orgel in St. Cosmae und nimmt Änderungen der
Disposition vor, stimmt die Orgel durch umsetzen der Pfeifen tiefer
und versetzt das Rückpositiv hinter die Orgel. Es sind die ersten,
die Konzeption der Orgel verändernde Maßnahmen.
1917 die sichtbaren, zinnernen Prospektpfeifen müssen im Rahmen der
Beschlagnahmungen von Metall für Kriegszwecke abgegeben werden. Da
das Rückpositiv hinter die Orgel versetzt worden war, bleiben die
Prospektpfeifen des Rückpositives von dieser Maßnahme verschont.
1919 werden die verlorenen Prospektpfeifen durch wenig
qualitätsvolle Zinkpfeifen ersetzt.
1948 beginnt die Fa. Ott (Göttingen) eine Restaurierung der Orgel. Die
durchgeführten Arbeiten sind Standart jener Zeit. Das Ergebnis
stellt nicht zufrieden und aus heutiger Sicht muss diese
Restaurierung als verfehlt angesehen werden.
1975 geht eine umfassende Restaurierung der Orgel durch die
Orgelbauwerkstatt Jürgen Ahrend (Leer/Ostfriesland) zu Ende. Die
Orgel kann in einen Zustand versetzt werden, der dem ihrer
Erbauungszeit entspricht. Seither gilt das wertvolle Instrument als
eines der bedeutendsten großen Orgelwerke aus dem 17. Jahrhundert.
Während einer Überarbeitung der Orgel 1993/94 nach einer
umfassenden Kircherestaurierung kann die Orgel in manchen Punkten
noch weiterhin verbessert werden.
2007 wird die alte Farbfassung der Orgel aus dem Jahre 1727 durch D.
Wellmer (Himbergen/Uelzen) wiederhergestellt
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GEFÖRDERT DURCH:
















