Jade, Trinitatiskirche
Orgel von Johann Dietrich Busch (1739)

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Informationen in Kürze

Etwa 1524/25 wurde die erste Kirche am Platz der heutigenTrinitatiskirche errichtet. Sie war in einfachster Bauweise ausgeführt und wurde schon 1600 erneuert. 1666/67 ließ Graf Anton I. von Aldenburg die Kirche durch einen massiv errichteten Chor erweitern, der 1687 als einziges stehen blieb, als der Rest der Kirche abgerissen und massiv neu gebaut wurde. Der Text der Tafel im Innenraum der Kirche an der Südwand berichtet davon. Der hölzerne Kirchturm wurde 1789 abgerissen und mit Ziegeln neu errichtet. Im Laufe der Jahre wird der Mittelgang mit Sandsteinplatten ausgelegt, wobei die drei Grabplatten, die dort waren, integriert wurden. 1954 renovierte der Kirchenmaler Oetken (Delmenhorst) die Kirche. Im Zuge dieser Renovierung konnten Teile alter Bemalungen freigelegt werden. Der Vorraum wurde 1970 umgestaltet. Die jetzige Bemalung erhielt der Innenraum 1989/90.

Im Jahre 1524, beim Bau der ersten Kirche, wurde eine kleine Orgel eingebaut. Als die Kirche 1667/68 durch den massiven Chorraum erweitert wurde, installierte man eine größere Orgel. Diese baute Arp Schnitger 1687 vor dem Abriss des alten Teils der Kirche ab, restaurierte sie und baute sie nach der Fertigstellung wieder auf. Schon rund 50 Jahre später(1737/39) baute Johann Dietrich Busch, ein Schüler von Arp Schnitger, eine neue Orgel. An ihr wurde im Laufe der Zeit vieles verändert und es verschwanden wertvolle Register. Sie fielen im 19. Jahrhundert den Modernisierungstendenzen der Romantik zum Opfer. Sie wurden durch „sanfte Säuselstimmen" ersetzt. Der scharf differenzierende Klang musste einem wärmeren Plenumklang weichen. Durch viele „lyrische Solostimmen“ und Streicherstimmen sollte die Anforderung an die Orgel, nämlich das Nachahmen eines vollen Orchesters, erfüllt werden. 1930 wurde festgestellt, dass sich die Orgel in einem katastrophalen Zustand befand: Kanäle, Abstrakten, Halteleisten, Holzpfeifen und andere Holzteile waren vom Wurm vollständig zerfressen. Manuale und Pedale klapperten heftig. In einigen Pfeifen befanden sich sogar Vogelnester mit Eiern. Aber erst 1935 erhielt Alfred Führer (Wilhelmshaven) den Auftrag die Orgel zu restaurieren. 40 Jahre später bekam der Orgelbaumeister Fritz Schild 1977 den Auftrag zur erneuten Restaurierung der Orgel „nach den neuesten Erkenntnissen“. Die Orgel bezeichnete man dann als „besterhaltene Buschorgel“, als „bedeutendste Leistung dieses großartigen Künstlers“ und als „Höhepunkt klassischer Orgelbaukunst im Oldenburger Land“.

Jade, Trinitatiskirche, Busch-Orgel

Jade, Trinitatiskirche

Bilder

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Daten zur Orgel:

Disposition:
(21 / HW/BW/Ped)

Hauptwerk
Principal 8´ (1739)
Rohrflöte 8´
Oktave 4´ (1739)
Quinte 3´
Oktave 2´ (1739)
Sesquialtera 1f.
Mixtur 4f. 1/2´
Trompete 8´
Vox humana 8´

Brustwerk
Quintadena 8´ (1739)
Flöte 4´ (1739)
Waldflöte 2´
Oktave 2´ (1739)
Scharff 3f. 1/3´
Dulcian 8´

Pedal
Subbass 16´ (1739)
Principal 8´ (1739)
Oktave 4´ (1739)
Mixtur 4f. 1´
Posaune 16´ (1739)
Trompete 8´

Manualumfang: CDE – c'''
Pedalumfang: CDE – d'

Manualschiebekoppel

Tremulant

mitteltönig modifizierte Stimmung

Bau-/Restaurierungsgeschichte

1667 Eine vermutlich erste Orgel ist vorhanden, der Erbauer ist nicht bekannt, 1 Manual mit 11 Registern, kein Pedal

1691 Nach dem Umbau der Kirche baut Arp Schnitger, Hamburg, die Orgel wieder auf

1739 Bau einer neuen Orgel durch Johann Dietrich Busch, Itzehoe, 2manualig mit 21 Registern, Manualkoppel und Tremulant

1803 Im Manual steht statt Quinte 3´ eine Flöte 4´, im Pedal steht statt Mixtur eine Nasatquinte 6´ und ein Subbass 16´ anstelle des Cornett 4´ (vermutlich durch Johann Friedrich Wenthin 1777)

1815
Einrichtung der gleichschwebenden Stimmung

1874 Reparatur durch Orgelbauer Schmid II, Oldenburg, Austausch von Registern, Viola di Gamba statt Sesquialtera, Dolce 4´ statt Waldflöte 2´, Salicional 8´ statt Scharff 3f., Gedackt 8´ statt Rohrflöte 8´, Trompete 8´ im Pedal bleibt vakant

1935
Restaurierung durch Alfred Führer, Wilhelmshaven, die ursprüngliche Disposition wird weitgehend wiederhergestellt, elf neue Register werden eingebaut, im Manual: Rohrflöte 8´ statt Gedackt 8´, Nasat 2 2/3´ statt Flöte 4´, Sesquialtera statt Viola di Gamba 8´, neue Mixtur und neue Trompete 8´, Quinte 11/3´ statt fehlender Vox humana; im Brustwerk: Waldflöte 2´ statt Dolce 4´, Scharff statt Salicional 8´, der fehlende Dulcian 8´; im Pedal: Mixtur 4f. statt Nasatquint 51/3´, die fehlende Trompete 8´

1977 Restaurierung durch Firma Führer, Wilhelmshaven, wobei die 1935 eingebauten Register ausgetauscht werden, die neuen Register werden originalgetreu nachgebildet, der Magazinbalg wird beibehalten, die Traktur größtenteils originalbelassen

2002 Restaurierung durch Orgelbaumeisterin Regine Stegemann, Aurich

(Stand: 23.09.09; Quelle: Orgelatlas Oldenburg, Fritz Schild, 2008 Wilhelmshaven, S. 126; www.ev-kirche-jade.eu, 18.09.2009)

NOMINE MITGLIEDER:

GEFÖRDERT DURCH:

Land Niedersachsen, Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) Ostfriesische Landschaft Ostfriesland Stiftung Oldenburgische Landschaft Orgelakademie Stade Landschaftverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden Lüneburgischer Landschaftsverband Organeum - Orgelakademie Ostfriesland